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Schätze aus der GA Community

Filmtipps - by Claudia Kästner

Gute Filme kann man immer schauen, auch nach Covid -19. Dann freuen wir uns Euch an dieser Stelle auch aktuelle Kinofilme vorzustellen.  Jetzt machen wir es uns auf dem Sofa und Sessel bequem, mit der Familie, Partner, Hund und wer noch im Haushalt lebt.  

Ich weiß nicht wie es bei Euch ist, bei uns darf abwechselnd während der  Lockdown Zeit jedes Familienmitglied einen Film empfehlen. Das ist sehr erfrischend und man lernt einmal mehr offen zu sein.


First they killed my father

Breakfast at Tiffany`s

Hier kommt ein Filmtipp meiner Tochter, welchen sie nach unserem Kambodscha Urlaub unbedingt sehen wollte:


First They Killed My Father.  Deutscher Titel: Der weite Weg der Hoffnung.  

produziert von Angela Jolie.  Ihr Adoptivsohn Maddox hat mit ihr zusammen am Drehbuch gearbeitet.  

Der Film basiert auf einem autobiografischen Roman von Luong Ung aus dem Jahr 2000.  

Es ist das Jahr 1975 und die roten Khmer haben die Herrschaft übernommen. Sie setzten den Präsidenten ab und drängen die gesamte städtische Bevölkerung auf das Land hinaus, mit dem Versprechen, dass diese nach 3 Tagen zurückkommen kann.  Doch schnell ist klar, dass dies nicht so sein wird.  Es beginnt eine mehrjährige Schreckensherrschaft. Die kommunistische Führung ANGKAR indoktriniert das Volk, sie mehr zu lieben, als ihre eigene Familie.  Sie hassen alles Intellektuelle, wer eine Brille hat wird eingesperrt.  Es wird alles angepasst, Kleidung, Haare, Stand.  Die Roten Khmer wollten Kambodscha in einen reinen Bauernstaat verwandeln. Die Bevölkerung selbst lebt in großer Hungersnot, wer aufbegehrt wird hart bestraft.    

Luong Ungs Vater hatte eine hohe Stellung in der Armee des Präsidenten und kann, um seine Frau und sieben Kinder zu schützen, sich vorerst als einfacher Mann ausgeben. Aber es ist eine Zeit der Angst und Verleumdung.

Der Film wird aus Sicht der fünfjährigen Tochter erzählt. Dadurch sieht man die Geschichte eher abstrakt und erlebt vor allem die emotionale Erfahrung dieses Mädchens. 

Die Stärke des Films ist die Sachlichkeit in Bezug auf die Tatsachen.  Erst zum Ende hin wird er melodramatisch. 

Dabei wird die  Ideologie der Roten Khmer nicht erklärt ebenso wenig die Rolle Chinas als Unterstützer dieses  Systems, um einen Gegenpart zu dem von der Sowjetunion unterstützen Vietnam aufzubauen. Der König wird nicht einmal erwähnt. 

Ich sehe ihn als wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Welt über den begangenen Völkermord Kambodschas in seiner jüngeren Vergangenheit.  Mich hat bei unserem Besuch in Kambodscha so persönlich berührt, dass es erst 40 Jahre her ist. Für die Welt war Kambodscha oft nicht mehr als die Fußnote am  Rande des Vietnam Krieges.

Wie nach jeder Schreckensherrschaft sind die Menschen auch heute noch traumatisiert. Das Durchschnittsalter der Kambodschaner liegt aktuell bei 24 Jahren. 

Wenn die Kambodschaner und auch wir darüber reden, dann hat das größte Filmprojekt welches jemals in Kambodscha verwirklicht wurde, sein Ziel erreicht.

Netflix. 136 min.  Englisch, Deutsch , R 21 offizielle Altersangabe

Nach diesem geschichtlichen Drama empfehle ich Euch einen romantischen Film, auch mit der Familie getestet.  

Aus der Klassiker – Kiste: Als Cineastin haben mir meine Freunde vor langer Zeit ein Buch geschenkt: 100 Filmklassiker. Darin ist dieser Film ganz vorne. 


Frühstück bei Tiffany

Ganz unerwartet wollte meine Tochter am Wochenende diesen Film sehen, da sie ihn nicht kannte.

So saßen wir am Muttertag nachmittags ganz fasziniert vor dem Fernseher. Auch ich hatte den Film ganz verklärt in Erinnerung.  Ihn jetzt nochmal zu sehen, auf Englisch mit der Familie war ein kleine Zeitreise.

Wer kennt Audrey Hepburn in dieser Rolle nicht und natürlich erinnern wir uns alle an ihre Outfits, ihren Lebenshunger und die Partyszenen. Ihre Zerbrechlichkeit, auch immer wieder durch den Song „Moon River“ untermalt, einmal sogar von ihr gesungen, war mir nicht mehr so in der Erinnerung.

So nimmt uns der Film mit ins New York der 60iger Jahre und schreibt Zeitgeschichte.

Wusstet ihr, dass die Darstellung des japanischen Nachbarn,  Mr. Yunioshi als rassistisch und eine der schlimmsten Darstellungen eines Asiaten in der Geschichte des Film gilt?

Der Buchautor Truman Capote wollte eigentlich Marylin Monroe in der Verfilmung sehen. Ihr Management hatte abgesagt.

So kam der Film 1961 mit Audrey Hepburn als Hauptdarstellerin in die Kinos und wurde weltberühmt.

2012 wurde der Film in das National Film Registry aufgenommen. 

Orangey, Holy Golightlys namenloser Kater, erhielt seinen zweiten PATSY Award. 

Seit 2017 kann man bei Tiffany in New York tatsächlich frühstücken. 

Netflix.  110 min.  FSK 16 / geschnittene Version FSK 12.  


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