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Schätze aus der GA Community

Filmtipps - by Claudia Kästner

Gute Filme kann man immer schauen, auch nach Covid -19. Dann freuen wir uns Euch an dieser Stelle auch aktuelle Kinofilme vorzustellen.  Jetzt machen wir es uns auf dem Sofa und Sessel bequem, mit der Familie, dem Partner, Hund oder Katze und wer noch im Haushalt lebt.  

Ich weiß nicht wie es bei Euch ist, bei uns darf abwechselnd während der  Lockdown Zeit jedes Familienmitglied einen Film empfehlen. Das ist sehr erfrischend und man lernt einmal mehr offen zu sein.


The Dressmaker


Diesmal möchte ich euch einen australischen Film vorstellen.  Kinofilme haben eine lange Tradition in Australien. 1894 gilt als Geburtsjahr des australischen Kinos. Einer meiner ersten australischen Filme war Priscilla, Queen oft the Dessert von 1993.  Damals haben mich schon die Kostüme vor dem Hintergrund der australischen Wüste fasziniert, das ist auch ein Grund, warum mir dieser kostümgewaltige Film gefallen hat.  Aber nicht nur. 

Für mich spielt Kate Winslet hier in einer ihrer besten Rollen. Sie stellt die junge Frau Myrtle dar, die nach 25 Jahren in ihr kleines Heimatdorf im Outback Australiens zurückkommt. Als 10jährige wurde sie eines Mordes an einem Schulkameraden beschuldigt und weggeschickt.  Sie selbst kann sich nicht an daran erinnern, wie es zu dem Tod des Jungen kam. Inzwischen hat sie sich durch Aufenthalte in Melbourne, London, Paris zu einer herausragenden Näherin entwickelt mit einem Gespür für Menschen und ihre Körper.

Ihre Mutter, hervorragend gespielt von Judy Davis, war ebenfalls ein Outsider, mit einer Tochter ohne „offiziellen“ Vater. Ihre Verwandlung seit Ankunft der Tochter ist sehenswert. Zu Beginn kann sie sich kaum an ihre eigene Tochter erinnern, dann gibt sie ihrer Tochter jedoch die Kraft, ihre Magie und Stärke zu nutzen. 

Der beste Football-Spieler der Dorfes, gespielt von Liam Hemsworth, verliebt sich in Myrtle und hilft ihr sich zu erinnern. Der Dorf-Sheriff mit einem Faible für Mode, dargestellt von Hugo Weaving hilft ihr ebenfalls und wird ein Vertrauter und Freund.

Das Dorf selbst  ist voller einprägsamer Charaktere, jeder spielt eine kleine Rolle in dieser Dorf-Gemeinde. Obwohl sie „die Mörderin“ nicht vergessen haben, wird die Dorfgemeinde von Myrtles Nähkünsten und dem Hauch von weiter Welt, den Myrtle mitgebracht hat, bezaubert und das Dorf beginnt, sich in eine gefühlt „bessere“ Gesellschaft zu verwandeln. Haute Couture inmitten des australischen  Outbacks der 50er Jahre – herrlich verrückt, schwarz, zerstörend, voller Hass und Liebe.  

The Dressmaker, youtube, 1Std 58 min

First they killed my father



Hier kommt ein Filmtipp meiner Tochter, welchen sie nach unserem Kambodscha Urlaub unbedingt sehen wollte:


First They Killed My Father.  Deutscher Titel: Der weite Weg der Hoffnung.  

Produziert von Angela Jolie.  Ihr Adoptivsohn Maddox hat mit ihr zusammen am Drehbuch gearbeitet.  

Der Film basiert auf einem autobiografischen Roman von Luong Ung aus dem Jahr 2000.  

Es ist das Jahr 1975 und die roten Khmer haben die Herrschaft übernommen. Sie setzten den Präsidenten ab und drängen die gesamte städtische Bevölkerung auf das Land hinaus, mit dem Versprechen, dass diese nach 3 Tagen zurückkommen kann.  Doch schnell ist klar, dass dies nicht so sein wird.  Es beginnt eine mehrjährige Schreckensherrschaft. Die kommunistische Führung ANGKAR indoktriniert das Volk, sie mehr zu lieben, als ihre eigene Familie.  Sie hassen alles Intellektuelle, wer eine Brille hat wird eingesperrt.  Es wird alles angepasst, Kleidung, Haare, Stand.  Die Roten Khmer wollten Kambodscha in einen reinen Bauernstaat verwandeln. Die Bevölkerung selbst lebt in großer Hungersnot, wer aufbegehrt wird hart bestraft.    

Luong Ungs Vater hatte eine hohe Stellung in der Armee des Präsidenten und kann, um seine Frau und sieben Kinder zu schützen, sich vorerst als einfacher Mann ausgeben. Aber es ist eine Zeit der Angst und Verleumdung.

Der Film wird aus Sicht der fünfjährigen Tochter erzählt. Dadurch sieht man die Geschichte eher abstrakt und erlebt vor allem die emotionale Erfahrung dieses Mädchens. 

Die Stärke des Films ist die Sachlichkeit in Bezug auf die Tatsachen.  Erst zum Ende hin wird er melodramatisch. 

Dabei wird die  Ideologie der Roten Khmer nicht erklärt ebenso wenig die Rolle Chinas als Unterstützer dieses  Systems, um einen Gegenpart zu dem von der Sowjetunion unterstützen Vietnam aufzubauen. Der König wird nicht einmal erwähnt. 

Ich sehe ihn als wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Welt über den begangenen Völkermord Kambodschas in seiner jüngeren Vergangenheit.  Mich hat bei unserem Besuch in Kambodscha so persönlich berührt, dass es erst 40 Jahre her ist. Für die Welt war Kambodscha oft nicht mehr als die Fußnote am  Rande des Vietnam Krieges.

Wie nach jeder Schreckensherrschaft sind die Menschen auch heute noch traumatisiert. Das Durchschnittsalter der Kambodschaner liegt aktuell bei 24 Jahren. 

Wenn die Kambodschaner und auch wir darüber reden, dann hat das größte Filmprojekt welches jemals in Kambodscha verwirklicht wurde, sein Ziel erreicht.

Netflix. 136 min.  Englisch, Deutsch , R 21 offizielle Altersangabe

Breakfast at Tiffany`s


Nach diesem geschichtlichen Drama oben empfehle ich Euch einen romantischen Film, auch mit der Familie getestet.  

Aus der Klassiker – Kiste: Als Cineastin haben mir meine Freunde vor langer Zeit ein Buch geschenkt: 100 Filmklassiker. Darin ist dieser Film ganz vorne. 

Frühstück bei Tiffany

Ganz unerwartet wollte meine Tochter am Wochenende diesen Film sehen, da sie ihn nicht kannte.

So saßen wir am Muttertag nachmittags ganz fasziniert vor dem Fernseher. Auch ich hatte den Film ganz verklärt in Erinnerung.  Ihn jetzt nochmal zu sehen, auf Englisch mit der Familie war ein kleine Zeitreise.

Wer kennt Audrey Hepburn in dieser Rolle nicht und natürlich erinnern wir uns alle an ihre Outfits, ihren Lebenshunger und die Partyszenen. Ihre Zerbrechlichkeit, auch immer wieder durch den Song „Moon River“ untermalt, einmal sogar von ihr gesungen, war mir nicht mehr so in der Erinnerung.

So nimmt uns der Film mit ins New York der 60iger Jahre und schreibt Zeitgeschichte.

Wusstet ihr, dass die Darstellung des japanischen Nachbarn,  Mr. Yunioshi als rassistisch und eine der schlimmsten Darstellungen eines Asiaten in der Geschichte des Film gilt?

Der Buchautor Truman Capote wollte eigentlich Marylin Monroe in der Verfilmung sehen. Ihr Management hatte abgesagt.

So kam der Film 1961 mit Audrey Hepburn als Hauptdarstellerin in die Kinos und wurde weltberühmt.

2012 wurde der Film in das National Film Registry aufgenommen. 

Orangey, Holy Golightlys namenloser Kater, erhielt seinen zweiten PATSY Award. 

Seit 2017 kann man bei Tiffany in New York tatsächlich frühstücken. 

Netflix.  110 min.  FSK 16 / geschnittene Version FSK 12.  


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