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Familienbesuch in Deutschland und SHN in Singapur- „Sommerurlaub“ der etwas anderen Art 

Damals…

Als wir uns im Frühjahr 2019 dafür entschieden, nach Singapur zu ziehen, war Changi, oder im Flughafencode SIN, ein ganz wichtiges Kriterium. Der neue Job meiner anderen Hälfte sollte Reisen durch ganz APAC beinhalten, und die ersten 6 Monate waren wir auch tatsächlich kaum in unserem neuen Zuhause Singapur. Reisen war so einfach mit einem deutschen Pass, diese Woche Australien, nächste Woche China…und schnell nach Deutschland, um die Familie zu sehen, stand auch alle paar Monate auf dem Plan.

…und heute

Dann: plötzlich werden praktisch über Nacht viele Grenzen dicht gemacht, Flüge werden abgesagt oder verschoben, Lockdowns lassen weltweit Städte wie ausgestorben erscheinen und wir arbeiten nur noch über Telefon und Zoom Meetings. Den Begriff Tourist*In gibt es nirgends mehr. Singapur warnt jeden, der für kurz oder länger ausreisen möchte, dass eine Rückkehr so schnell nicht und nur mit spezieller Genehmigung der Behörden überhaupt möglich sein wird. Viele Anträge zur Rückkehr nach Singapur werden abgelehnt, viele Arbeitgeber verbieten Reisen aus persönlichen Gründen.

Wir genießen ab Februar/März das etwas ruhigere Singapur, bis der Circuit Breaker im April auch das bisschen aktive Leben sehr mühsam macht. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern dürfen wir allein oder zu zweit einkaufen oder nach draußen, um uns sportlich zu betätigen und müssen uns damit zu den Glücklichen zählen. Das einzige, was wirklich sehr an unsere Nieren geht: Von Deutschland-Reisen ist eher abzuraten, wenn der Antrag zur Rückkehr abgelehnt wird, steckt man eventuell ungewollt in Deutschland fest, das könnte u.a. auch sehr schnell steuerrechtliche oder versicherungstechnische Probleme bereiten.

Im Juni wird der Circuit Breaker aufgehoben, plötzlich werden wieder Anträge zur Rückkehr nach Singapur genehmigt. Wir bitten den Arbeitgeber um die Möglichkeit, ausreisen zu dürfen, im Juni muss man das noch ein bisschen begründen, ein Sterbefall und die Geburt eines Enkels sind Grund genug, hurra, wir dürfen fliegen. Das Beste von allem: Deutschland schafft es in Singapur auf die Liste der Low Risk Countries – wir dürfen die obligatorische SHN in unseren eigenen vier Wänden machen, wenn wir zurückkommen! Also kaufen wir noch viele haltbare Lebensmittel ein und frieren Gemüse ein, um für die zweiwöchige Quarantäne zuhause gewappnet zu sein. Besuche auf dem wet market müssen ja ausfallen, wenn wir wieder da sind.

Los geht`s – ein Sommer in Deutschland, Familie, wir kommen.

Am 1. Juli besuchen wir nach vielen Monaten das erste Mal Changi Airport wieder, der Flughafen ist ausgestorben, die Läden sind geschlossen, nur sehr wenige Menschen, natürlich mit Masken und dem gebotenen Abstand, sind unterwegs. Die Maschine der Swiss, die uns nach Zürich bringen soll (Lufthansa hatte den Direktflug nach Frankfurt wenige Tage zuvor gecancelt), ist praktisch leer, jede/r Passagier*In hat gefühlt seinen oder ihren privaten Flugbegleiter*In, die sich sehr freuen, uns an Bord begrüßen zu dürfen und sich gerne viel mit uns unterhalten. Das Tragen einer Maske währen des ganzen Fluges war wenige Stunden zuvor Pflicht geworden, was uns aber in keiner Weise störte.

In Zürich bei der Zwischenlandung der erste Schock: Menschen laufen ohne Maske im Terminal herum! Wir distanzieren uns vorsorglich – wir sind immerhin Singapur Standards gewöhnt – und geben die maskentragenden Exoten. Bei der Ankunft in Frankfurt holt uns unsere Tochter ab, umarmt uns und sagt: die Masken braucht ihr hier nur in Läden und Restaurants und den Öffis, ihr könnt eure nun ablegen – ganz schön ungewohnt für uns! 

Die Wochen in Deutschland sind bei tollstem Wetter mit Besuchen bei den Töchtern, dem Enkel und den betagten Eltern ausgefüllt, wir ersparen uns aufgrund des wieder steigenden Risikos Reisen ins Ausland. In engen Fußgängerzonen sind wir wieder die maskentragenden Exoten, aber niemand guckt schief. Wenn man Läden betritt, muss man nicht erst einen check-in screen ausfüllen, sondern darf sofort hinein, wenn auch nur mit Maske natürlich, mit Hände desinfizieren und in „Einbahnstraßen“, die wie in Singapur auch mit Klebeband gekennzeichnet sind. In Restaurants darf man, nachdem man seine Kontaktdetails auf einem Zettel abgegeben hat, auch in größeren Gruppen essen, wir bevorzugen aber auch hier outdoor sesating, drin wäre es uns zu riskant.

Die HR Abteilung des Arbeitgebers beantragt unsere Rückkehr nach Singapur 30 Tage vor dem Flugdatum und der Antrag wird auch auf Anhieb genehmigt. Diesen approval letter drucke ich sofort aus, den muss man vorzeigen beim Check-In am Flughafen und bei der Einreise in Singapur. Als fleißige Mitleserin in diversen Facebook Gruppen weiß ich in etwa, was sonst noch zu tun und zu beachten ist.

Der Schlag in die Magengrube

Eine Woche vor der Rückreise nach Singapur trifft uns leider völlig aus dem Nichts der Schlag in Form einer Nachricht eines Freundes aus Singapur: Deutschland wurde von der Liste der low risk countries entfernt – Quarantäne wird also in einem von den Behörden ausgesuchten Hotel stattfinden. Ich googel mir die Finger wund auf den offiziellen Seiten und sehe die Befürchtung leider bestätigt – damit hatten wir immer rechnen müssen, dass die Behörden kurzfristige Anpassungen vornehmen können. Im ersten Moment sind wir etwas geschockt, dann setzt die Vernunft ein. Wir hatten so schöne Wochen in Deutschland, müssen dankbar sein und stehen eine Quarantäne im Hotel auch durch! Zumindest sind wir zu zweit und haben viel Arbeit anstehen. Als begeisterte Läuferin male ich mir bereits die Routen um das Hotelbett ins Bad und zurück aus, um wenigstens etwas Bewegung zu haben. Wir kaufen uns last minute Fitnessbänder und eine Yoga Matte und vereinbaren mit unseren personal Trainern in Singapur virtuelle Trainingstage über den Laptop.

Ich besorge mir über meinen Hausarzt ein Attest, das meine Allergien bescheinigt, ich reagiere auch allergisch auf Klimaanlagen und Schimmel, bekomme geschwollene Augen und Schleimhäute nach 2 Tagen, zwei Wochen wären für mich der Horror. Mit dem Attest kontaktieren wir das MoM und bitten um zwei Zimmer mit Verbindungstür (wir beide arbeiten viel am Telefon und brauchen auch mal absolute Ruhe) und vor allem bitte, bitte, bitte einen Balkon oder ein Fenster zum Öffnen, sodass die Klimaanlage aus bleiben kann. Wir bekommen nach ein paar Tagen die wirklich nette Antwort, dass wir zwei Zimmer bekommen und ein Balkon garantiert wird. Natürlich bezahlen wir damit auch den vollen Preis pro Person und nicht die reduzierte Rate für 2 Personen in einem Zimmer. Insgeheim hatte ich die Hoffnung, dass wir aufgrund meines Attestes vielleicht sogar großzügig angeboten bekommen, die SHN zuhause abzuleisten, aber so weit geht das Entgegenkommen dann doch nicht. Egal, ich werde frische Luft haben können, alles andere ist zweitrangig.

Wir decken uns mit Snacks, Haferflocken, Vollkornbrot, Besteck, Kaffeekapseln, Kakao, Müsliriegeln, Schokolade, Büchern, Rätseln, Putzlappen, Waschmittel, kleine Wäscheleine, Reinigungsmitteln, Mülltüten, Geschirrtüchern, Spüli und einer neuen Lieblingsserie ein und fliegen am 22. August wie geplant zurück nach Singapur, dieses Mal mit Singapore Airlines, um nicht wieder eventuell den Flug kurzfristig gecancelt zu bekommen, SIA scheint hier die sichere Option.

Drei Tage vor dem Rückflug…

…fülle ich online die ehealth cards für uns aus und drucke sie auch aus. Ich lege eine Mappe mit den Pässen,  EP und DP, approval letters und ehealth card für uns beide an, um beim Check-In alles griffbereit zu haben.

Zurück in Singapur – Quarantäne klingt grausam, kann man aber aushalten

Nach der Landung lässt man die Fluggäste getrennt aussteigen – erst die, die in Singapur bleiben, und dann die Transitgäste. Wir eilen durch einen recht leeren Flughafen zum Immigration-Schalter wie früher. Dort ist nichts los und wir kommen sofort dran, der Prozess des Einreisens dauert dann aber wesentlich länger als früher, die Mitarbeiter sind erlesen freundlich und sogar zu Späßen aufgelegt.

Man zeigt den approval letter der Behörden,  die ausgedruckte ehealth card, EP und DP, und natürlich den deutschen Pass, dann bekommt man – Zittern und Bangen – den farbigen Sticker für „Zuhause“ oder „Hotel“. Unser „Gelb“ bedeutet „ab ins Hotel“ und wir werden, nachdem wir das Gepäck in den Händen haben, nach rechts geleitet, dort zeigen wir nochmals alle Dokumente und werden dann zu einem Taxi gebracht, das uns ins Hotel bringt. Alles passiert mit wirklich sehr freundlicher, steter Begleitung, unbeaufsichtigt ist man keine Sekunde. Wie alle wissen wir zu dem Zeitpunkt nicht, wohin wir gebracht werden, daraus macht man gerne ein Geheimnis, bis man auf dem Hotelparkplatz ist. Unser Fahrer und unser Betreuer verraten uns nach wenigen Minuten, wohin wir gehen: ins Fairmont Hotel. Aus den diversen Facebook-Gruppen weiß ich sofort, dass das als absoluter Glücksfall anzusehen ist und schnell googel ich noch weitere Details, während sich das Taxi dem Hotel in der Bras Basah Road nähert. Auf dem Weg dahin fahren wir fast an unserer Wohnung vorbei, wir sehen das Gebäude in Greifweite und müssen doch daran vorbei.

Unser Zuhause für die nächsten zwei Wochen: 2x25qm

Der Check-In für „Aussätzige“ – sorry, man kann es kaum anders nennen und das meine ich lustig – findet im Südflügel statt, die Hotellobby ist mit Paravents geteilt, links eben wir Vielleicht-Infizierten, rechts von den Paravents, im Nordflügel,  die normalen Hotelgäste, die ihre staycation dort verbringen. Eine nette Dame checkt nochmal alle Dokumente und gibt uns dann unsere Zimmerschlüssel, wir dürfen in den 18. Stock und unsere beiden Zimmer beziehen. Der erste Eindruck: manchmal lügt das Internet doch nicht und das Hotel ist genauso toll, wie dort zu lesen. Beide Zimmer sind hübsch und recht groß, haben einen Balkon und wir überblicken die komplette Marina Bay, was besonders bei Nacht wunderschön ist.

Wir richten uns ein, packen die Haferflocken aus, lassen die erste online Bestellung für Joghurt, Milch, Käse bei Cold Storage los, bestellen uns frisches Obst bei fruitsdelivery und einen neuen Lade-Adapter für den Laptop (der alte liegt noch in Deutschland…) und Bananenbrot bei Freunden. Viele Freunde bieten an, Gewünschtes zu bringen und so erreichen uns im Laufe der 14 Tage die nettesten und nützlichsten Dinge, wie z.B. Brezeln oder Brot, hart gekochte Eier und selbstgemachte Kuchen. Wir stellen fest: viele Freunde bedeuten viele Goodies :)



  

Sterneküche und neue Erfahrungen

Das Essen während der Quarantäne kann man sich in unserem Hotel per QR Code auswählen, gute Deutsche, die wir sind, planen wir gleich die nächsten drei Tage essensmäßig vor und bestellen, was das Zeug hält. Bei vielen Gerichten kennen wir weder die Namen, noch steht außer indischen oder anderen asiatischen Bezeichnungen etwas Informatives dabei, volles Risiko also, kann ja nicht so schlimm sein. Das erste Essen, ein spätes Frühstück, wird geliefert: jemand klopft kurz an die Tür, die Spielregeln sagen, man warte gefälligst ein bisschen, bevor man die Tür öffnet und nachsieht was das Christkind gebracht hat, damit der Überbringer der Goodies Zeit hat, wegzurennen, dann öffnet man und holt das Essen herein. Sagte ich, nicht so schlimm? Es war grausam. Trockene Glasnudeln, eine Dose rotes Gewürz in Pulverform, zwei frittierte, trockene Ringe undefinierbarer Farbe. Alles appetitlich angerichtet in einer schwarzen Plastikschale. Meine andere Hälfte probiert tapfer, ich hole mir einen Müsliriegel. Die tapfere andere Hälfte legt nach drei Gabeln voll das Besteck beiseite und meint, er wolle bitte gerne auch einen Müsliriegel. Es tut uns in der Seele weh, das Essen wegzuwerfen, aber wir weihen die erste Mülltüte ein, deponieren alles im Bad und sind gespannt auf das Mittagessen.

In der Zwischenzeit richten wir unsere Arbeitsplätze ein, fahren die Laptops hoch und tun so, als wäre alles ganz normal. Ist es ja irgendwie auch. Dass wir das Zimmer nicht verlassen dürfen, normal. Dass unser Zimmer nicht gereinigt wird, normal. Dass wir mindestens einmal am Tag von netten MoM-Mitarbeitern angerufen werden, die die immer gleichen Fragen in abgeänderter Reihenfolge stellen, normal. Dass wir unsere FIN Nummer nun endlich mal auswendig vorwärts und rückwärts aufsagen können müssen, normal. Dass wir dreimal täglich via unserem neuen Freund HOMER (nein, nicht Simpson) ein Selfie (ich muss mich noch bei den Behörden für die vielen  grausamen Selfies von mir entschuldigen!) übermitteln müssen mit Temperatur und Auskünften, ob wir a. Husten, b. Schnupfen, c. Heiserkeit haben oder d. kurzatmig sind, normal. Dass deliveroo unser anderer bester Freund wird, normal. Dass wir bei jedem Anruf erklären müssen, warum um alles in der Welt wir zwei Zimmer haben und ob wir sicher sind, dass nur 2 Personen anwesend sind, normal (die andere Hälfte erklärt einem verständnisvollen Herrn am Telefon, dass nach 33 Ehejahren….er musste gar nicht weiterreden, der verständnisvolle Herr am anderen Ende der Leitung seufzte nur und sagte, yes, I understand ). Also alles ganz normal.

Nachdem das bestellte Mittagessen ebenfalls keinen Michelin Stern von uns bekommt, bestellen wir das gelieferte Catering-Essen beim Hotel komplett ab, das ist ganz einfach. Ab sofort werden wir Stammkunden bei deliveroo und bestellen uns die köstlichsten Köstlichkeiten ins Hotel. Die supernetten Engel vom Hotel dort bringen unsere Bestellungen sofort vors Zimmer, klingeln oder klopfen kurz und verschwinden dann. Manchmal bestellen wir auch in room dining, die Hotelküche schmeckt hervorragend und wir freuen uns täglich neu auf das kleine highlight des Tages: was essen wir heute und wo bestellen wir?? Und was gibt es zum Nachtisch??

Unser Quarantäne-Alltag

Unsere Tage bestehen aus essen, arbeiten, essen, arbeiten, essen, schlafen, repeat. Abwechslung bringen lange Videotelefonate mit der Familie in Deutschland oder Freunden und sportliche Herausforderungen in Form von Zooms mit unseren Trainern. Die Yogamatte und die Fitnessbänder sowie mit Büchern gefüllte kleine Koffer zahlen sich aus. Ich renne alle 2 Tage 8km auf dem Balkon hin und her, sehr zum Amusement der jungen Inder, die im Hotel gegenüber auf ihren Balkonen grinsend rüberwinken. Ansonsten genießen wir tatsächlich die Möglichkeit, am Wochenende mal gar nichts zu tun und 2 Tage lang nur unsere Lieblingsserie zu schauen.

   Morning Coffee mit den Damen der German Association – ausnahmsweise mal wieder virtuell, damit auch die Mitglieder in Deutschland und in Quarantäne teilnehmen können 😊


Sport im Hotelzimmer, mit HDMI Kabel sogar auf dem großen Fernseher


Ich fange an, Chinesisch zu lernen.


Morning Coffee mit den Damen der German Association – ausnahmsweise mal wieder virtuell, damit auch die Mitglieder in Deutschland und in Quarantäne teilnehmen können 😊


Wir lernen, dass man den Müll versiegelt (also mit gutem Knopf in der Tüte) abends vor das Zimmer stellen kann, am anderen Morgen ist er weg. Wir bekommen Anrufe von der Rezeption, die sich nach unserem Wohlbefinden erkundigen und fragen, was sie uns bringen können. Wir bekommen dreimal frische Bettwäsche und beziehen das allererste Mal in gut 50 Reisejahren ein Hotelbett selbst. Mir fällt eine Frage bei Wer wird Millionär ein, da ging es um den Begriff Hotelverschluss, was ist das? Tja, spätestens wenn man mal ein Hotelkopfkissen selbst bezogen hat, weiß man, wie praktisch ein Hotelverschluss ist. Frische Handtücher bekommen wir so oft wir wollen. Die Klimaanlage ist Tag und Nacht ausgeschaltet und wir genießen wie erhofft die frische Luft.

Alles wirklich erträglich – außer der Wäsche! Ich habe jeden Tag „eine Trommel“ Wäsche, ich weiche die Stücke in der Badewanne mit meinen mitgebrachten Waschmittel Tabs ein, rühre mehrmals im heißen Wasser um (und bemitleide dabei alle Frauen dieser Länder, die damals und heute von Hand waschen müssen), schleudere, wringe, spüle, wiederhole – und trotzdem riecht die Wäsche nicht frisch. Natürlich könnten wir die Wäsche im Hotel waschen lassen, es sind sogar Beutel dafür da, aber bei den uns genannten Preisen leben wir dann doch lieber mit unseren Händen in der Lauge. Wir haben eine Schnur mitgebracht, die spannen wir erfinderisch auf dem Balkon auf und hängen dort die Wäsche zum Trocknen auf. Wegen der unfrischen Wäsche gebe ich unserer Quarantäne am Ende nur 4,5 Sterne und nicht 5, das hat sie nun davon.

DER Test

Am 9. Tag erhellt eine sms von MoM unseren verregneten Morgen: wir dürfen zum Covid-Test! Die downside ist aber: kein langer Trip durch Singapur mit einem Taxi, hoffentlich im Stau, mehrere Stunden Freiheit….Nein, wir werden direkt im Hotel getestet am 11. Tag.

Der Test findet im 6. Stock des Hotels statt, Dutzende maskierte Helfer in Schutzanzügen – andere Menschen! - sind ein erfreulicher Anblick. Der Test selbst ist absolut unspektakulär und schmerzlos, die Organisation perfekt, nur die andere Hälfte klagt über die unsäglichen Schmerzen während des Tests. Ich lasse das hier unkommentiert, Frauen verstehen mich. Am Tag danach finde ich das Testergebnis in meiner SingPass App und bin froh, ein negativ herauszulesen. Das offizielle positive da negative Ergebnis kommt am 13. Tag via sms von MoM, diese muss man gut aufheben und nicht etwa löschen, sie ist das Ticket in die Freiheit am 15. Tag, man muss die sms unbedingt beim check-out vorzeigen. Die Rezeption ruft an und teilt uns unser check-out Fenster (12 Uhr! Yay! Die ersten!) mit und wie genau es ablaufen wird. Wir reservieren schon mal ein größeres Taxi für die Heimfahrt, unsere vier großen Quarantänekoffer und die vielen kleinen Taschen verlangen einen großen Kofferraum.

Die letzten drei, vier Tage scheinen sich etwas in die Länge zu ziehen, ich rede mir ein, ich hätte nun das Recht auf Lagerkoller, obwohl ich nicht wirklich sagen kann, was den Koller rechtfertigen würde. Aber dann ist der 15. Und letzte Tag angebrochen, wir schlafen aus, frühstücken, packen, räumen auf und versuchen, die Zimmer halbwegs ordentlich zu hinterlassen. Ich poliere sogar die Wasserhähne.

Wir haben es geschafft

Um 11:59 Uhr am 15. Tag öffnen wir unsere Zimmertür, nicht etwa, um Essen oder bestellte Goodies hereinzuholen oder Müll hinauszustellen, nein, wir dürfen die Schwelle übertreten, ganz legal, wir schauen auf die Uhr, 12.00, wir dürfen los! 

Ein Gepäckträger kommt um die Ecke, lädt das schwere Gepäck auf und bringt es schonmal zum Taxi. Wir gehen in den 4. Stock zum Check-Out Bereich für die „ganz sicher nicht-infizierten aber doch speziellen Gäste“. Wir bezahlen unsere Rechnung über viele, viele gute Mahlzeiten vom Hotel direkt, versichern dem besorgten Rezeptionisten, dass alles wirklich wunderbar war, bekommen einen 50SGD off Gutschein für unseren nächsten Aufenthalt dort (bitte nicht so wahnsinnig bald!)  und dürfen wie ganz normale Gäste durch den Nordflügel-Ausgang in die Freiheit.

Das Taxi ist bereits beladen und bringt uns gut nach Hause.

Wir werden unseren Enkeln viel davon erzählen können, später. Was für ein spannender Sommer.



   

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